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Geschichten übers Geld

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Geschichten übers Geld

St. Peter/ Au, 20. Juli 2020

 

Sehr geehrte Damen und Herrn,

liebe Freundinnen und Freunde vom Seitenstettner Kreis,

 

herzliche Grüße aus dem Mostviertel!

„Dank Corona“ wurde das „Forum Seitenstetten“ zu einem permanenten Forum. Wir vom Kernteam arbeiten mit Videokonferenzen, vernetzen mit Videointerviews unterschiedlichste Denkansätze und haben uns in der Vorwoche drei Tage lang zu einem gemeinsamen Arbeitsurlaub getroffen. Mehr davon im Augustnewsletter.  

 

Was leider nicht gelungen ist, ich hatte die Zeit der Anmeldefrist übersehen, noch vor 17. Juli zu einem Seminar mit Peter König einzuladen. Da die Zugänge von Peter König zur Geldfrage sehr hilfreich sind für neue Wege, der Einladungstext beweist es, sende ich hier trotzdem den Link zum ersten weltweiten Online Money Seminar, https://www.conscious-u.com/cumoney/ . Es wird sicherlich eine nächste Runde geben, schrieb Nadja aus Berlin.

 

Ein Gruß an uns aus Sachsen:

Besonders dankbar bin ich, dass wir via Mail und Telefon in unserem Arbeitsurlaub auch mit Christoph verbunden waren. Dr. Christoph Körner, Evang. Studentenpfarrer, war im Widerstand gegen das DDR Regime, versuchte nach der Wende u. a. auch SED- Leuten eine Stimme zu geben, da doch alle Menschen etwas für eine gute Zukunft beitragen können. Christophs Mut, wegen dem Mauerfall wurde der Haftbefehl nicht mehr vollzogen, sein tiefer Glaube, seine Mitarbeit bei „Christen für Gerechte Wirtschaftsordnung“ Berlin, seine Bücher „Christliche Sozialökonomie“ und „Im Niedergang wird die Zukunft geboren“, sind ein großes Geschenk für „Seitenstetten“. Trotz angeschlagener Gesundheit, seine Frau Karin ist Ärztin, begleitete ihn, kam Christoph zweimal zu unseren Tagungen ins Mostviertel.

 

Vor zwei Wochen bekam ich folgende Mail von Christoph, ich darf das weiterleiten:

……Der Krebs ist bei mir in der letzten Phase. Ich wollte Dir
danken für alle Dinge, die ich in Seitenstetten erleben konnte.

Dank für alle geistliche Unterstützung. Ich gehe den letzten Weg in
voller Zuversicht, denn Glauben heißt sich tragen lassen. Ich hoffe nur,
dass ich die Schmerzen auch ertragen kann, die mich doch trotz
Schmerzmittel beeinträchtigen. Danke für Eure Gemeinschaft!

Mit Christoph zu telefonieren, in den Vorbereitungen auf unsere gemeinsamen Tage und auch zwischendurch, war überaus ermutigend. Inge hat ihn über Telefon interviewt.

Irgendwie eröffnete sich in der Verbundenheit mit Christoph für mich in ganz besonderer Weise eine sehr weite Dimension von „Leben in Gemeinschaft“. Christoph ist mir Vorbild in jener Lebenshaltung, die Rudi Kulovic bei der Auflistung unserer Visionen mit: „Wer mit allen kann, kann alles erreichen,“ umschrieben hat.

Ich erlebe uns als Hoffnungsgemeinschaft, für und mit irgendwie eben „Menschheitsfamilie“. 

 

DANKE für Ihr/ Euer Interesse an unterschiedlichsten Vorstellungen für eine nachhaltige Geld- und Wirtschaftsordnung. In der Zusammenschau höchst widersprüchlicher Antworten in unseren Interviews, bauen wir an Wegen, die nur miteinander gefunden werden können. Wir brauchen die Erfahrungen liberaler Wirtschaftswissenschaftler ebenso, wie Hoffnungen von Vertretern alternativer Geldsysteme. Bereits der Versuch einander zu verstehen ist Liebe! Liebe beflügelt unsere Kreativität für Friedensarbeit auf allen Ebenen. Sie schenkt geglücktes Leben, bittet um Zeit, u. a. für: https://www.forum-seitenstetten.net/informieren/auswegdialoge

Für unsere Hoffnungen auf Auswege: Die so schwierige Situation meiner Großmama    

Für die Vorstellung an Wegen in Richtung gutes Leben für alle Menschen weltweit mitbauen zu dürfen, drängt es mich, Ihnen/ Euch aus der Geschichte meines Onkel Toni zu erzählen. Er verstarb vor knapp 3 Wochen, 91jährig.

Meine Großmama war eine bitter arme Magd auf einem Bergbauernhof im Pinzgau. Sie musste 5 ihrer 6 am Leben gebliebenen Kinder gleich nach der Geburt ausstiften. Da meine Mama von den uralten Bauersleuten und deren unverheirateten Kindern als Erbin in Pflege genommen war, verdiente Großmama trotz harter Arbeit nichts. Onkel Toni hatte als Fünfjähriger seinen 5. Pflegeplatz verloren, als seine Mama beim Schmid einen Altbauern traf und fragte, ob er ihren Buben nehmen könnte. Dieser bejahte, allerdings wurde das Kind, als es ankam, massiv abgelehnt, gemeinsam mit der älteren Schwester wieder heimgeschickt. Am nächsten Tag gab es den Auftrag, Toni wieder auf jenen weit entfernten Hof zu bringen und nach der Ankunft sofort wegzulaufen.

Die Ablehnung war schlimm. Aber, als der Altbauer heimkam, nahm er sich des Buben an. Toni durfte immer mit ihm zusammenarbeiten. Als er 14 Jahre alt war, verstarb der Ebnervater in seinen Armen, oben auf der Alm. Zu diesem Zeitpunkt war Onkel Toni bereits ein starker Mahder. Ich kannte diesen Onkel immer nur als überaus lieb, herzlich und fröhlich.

Meine Mama erzählte, wie schrecklich es für sie war, ihren Brüderchen nicht helfen zu können. Bertei musste sie einmal beim Krämer in einem Nachbarort abgeben, sich über die Hintertür davonzuschleichen. Onkel Bertl wurde dort zum Glück von einer ganz besonders lieben Pflegemutter abgeholt. Franzei war verwahrlost, verlaust, meine Mama konnte ihn ab und zu an Sonntagen besuchen.

Meine Großeltern waren verheiratet, konnten aber keinen gemeinsamen Hausstand gründen.

 

Auch wenn wir jetzt, ebenso wenig wie es meiner Mama in ihrer Kindheit möglich war, allerärmsten Menschen nachhaltig helfen können, wir haben heute Chancen wie nie zuvor, um Elend Geschichte werden zu lassen.

 

Und hier ein wegweisendes Ereignis von vor ca. 20 Jahren

Das Schriftstellerehepaar Brigitte und Wilhelm Meissel erzählte in einem Heft mit vielen Fotos von einer Begebenheit, die sich in Kenia ereignet hatte. Ein Missionar aus Oberitalien entschied sich, als er Bischof wurde, für sein Wappen ein Bild von Löwe und Lamm zu nehmen, nach Jesaja 65:25. Man lachte ihn aus, ein Löwe würde doch dieses Lamm sofort fressen. Doch kurz darauf berichtete ein Wildhüter von einer Löwin, die ein Antilopenlamm adoptiert hatte. Viele Menschen konnten dieses Wunder bestaunen, fotografieren, eines der Fotos kam sogar auf eine Briefmarke.

Geglücktes Leben wird durch gute Beziehungen möglich, in immer weiteren Kreisen, über den Familien- und Freundeskreis hinaus, mit der Natur, mit Gott. Damit heilt auch die Beziehung zu uns selbst. Es ist WUNDERbar, wenn wir einander in der Entfaltung unserer Kreativität ermutigen, und uns und andere genau so annehmen können, wie wir sind.   

 

Der Glaube an das Gute und an die Vernunft, werden heute massiv durch die Hirnforschung unterstützt. Noch nie hatte die Menschheit so große Chancen auf ein gedeihliches Miteinander wie heute. Es macht Freude, Gutes auch für sehr verletzte, damit böse, bzw. verführte, verirrte Menschen zu wollen, zu tun. Für eine friedlichere Zukunft ist es notwendig „Teufelskreise“ zu durchbrechen. Es bringt wenig, Böses und Bedrohliches aufzulisten, uns „gegen“ etwas, oder gar gegen Menschen zu wenden. Versuchen wir wenigstens gedanklich an Brücken zu bauen, damit uns immer mehr an Energie und Freude zufließen kann, für ein geglücktes, nachhaltiges Miteinander.    

 

Liebe Grüße, Josefa Maurer